Coaching

Wie Bea lernte, Herrn Kritikus zu lieben

Eine Leitungskraft, die ich seit einiger Zeit begleite, kommt zu mir ins Coaching. Nach Anna, die der Aufschieberitis trotzt, nenne ich sie Bea*.

Die Situation

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge wird Bea in Kürze in einen neuen Berufs- und Lebensabschnitt wechseln. In diesem Termin ist es ihr Wunsch, gezielt und in Ruhe auf die fünf Jahre als Einrichtungsleiterin zurückzublicken. Zudem stellt sie die Frage, wie sie die quälenden Gedanken: „Das ist alles nicht gut gelaufen, das hätte ich viel besser machen können.“ loswerden kann.

Das Coaching

Wir nehmen uns Zeit und sammeln auf Karteikarten alles, was ihr durch den Kopf geht. Schöne, erstaunliche, lustige und unangenehme Erinnerungen, anstrengende und freudvolle Momente, traurige und begeisterte Eindrücke. Anschließend sortiert sie die vielen Karten nach ihrem eigenen System und stellt überrascht fest: „Das sind ja deutlich mehr positive als negative Karten.“

Im Weiteren erkennt sie für sich: „Dieses Projekt war genau mein Ding. Ich habe mit meinem Team eine tolle, etablierte Einrichtung geschaffen, die von außen geschätzt und anerkannt wird.“ Sie braucht einen Moment, um dies zu fassen.

Dann verändert sich ihr Gesichtsausdruck und sie fährt nachdenklich fort: „Trotz allem tauchen sie immer wieder auf, die überkritischen Gedanken: >Da wäre bestimmt noch mehr gegangen. Hast du den Eltern wirklich genug Aufmerksamkeit geschenkt? Bist du im Team genug auf alle eingegangen? Warst du geduldig und fair genug? Bist du den Kindern gerecht geworden?< und so weiter. Ich kann gar nicht aufhören, so zu denken.“

Ich lade Bea zunächst ein, sich von ihrem inneren Kritiker, Herrn Kritikus, ein Bild zu machen (= visualisieren**) und ihn zu zeichnen. Der war natürlich auch in diesem Moment aktiv und ließ sie sagen: „Ich kann überhaupt nicht zeichnen.“

Anschließend erarbeiten wir, wie sie zukünftig mit Herrn Kritikus umgehen kann. Hier nenne ich dir drei von Beas Erkenntnissen, die vielleicht auch für dich interessant sind:

An Herrn Kritikus – und mich:

  • Danke, dass es dich gibt.

Ich möchte dich als inneren Kritiker nicht mehr mit aller Macht loswerden, im Gegenteil. Ich freue mich, dass ich dich habe. Kritische Selbstreflexion, meine Ideen, meine Gedanken und mein Tun infrage zu stellen, ermöglicht Entwicklung.

Dass die Einrichtung jetzt so erfolgreich da steht, habe ich auch dir zu verdanken.

  • Alles zu seiner Zeit.

Doch selbst, wenn ich froh bin, dass es dich gibt, möchte ich dich nicht mehr ununterbrochen, 24 Stunden, in Dauerschleife und bei jeder Gelegenheit bei mir haben. Ich habe es in der Hand, dich aktiv einzuladen, wenn es passt (z.B. beim Rückblick auf den Tag) und dich zu stoppen, wenn es zu viel wird.

Dann werde ich dir sagen oder denken: „Danke, aber jetzt reicht’s. Ich hole dich wieder, wenn ich dich brauche.“

  • Ich bin richtig gut so, wie ich bin.

Ich habe sicher nicht immer „richtig“ gehandelt und optimal reagiert. Ich bin ein Mensch wie jeder andere, mit Stärken und Schwächen, Ecken und Kanten, guten und schlechten Tagen. Ich darf Fehler machen und daraus lernen. Ja, ich darf auch nachdenklich und kritisch sein. Ich darf mich annehmen, wie ich bin. Ich darf stolz auf mich sein.

Selbst, wenn ich nicht perfekt bin, bin ich ein liebenswürdiger Mensch und eine tolle Leiterin.

Zum Abschluss

Bea fasst ihr Coaching zusammen: „Das hat absolut gut getan, sich mal Zeit für so einen Rückblick zu nehmen und das Ganze einzuordnen.

Und Herr Kritikus – ich glaube, den muss ich daheim nochmal neu zeichnen. Der ist ja gar nicht so böse, wie ich dachte, sondern ein wichtiger Teil von mir.

Jetzt freue ich mich auf alles, was kommt. Vielen Dank!“

 

Stehst du auch an der Schwelle zu einem neuen Lebensabschnitt?

Mit meiner Unterstützung tust du dir deutlich leichter. Wie?

Schreibe mir einfach eine E-Mail oder buche einen Gesprächstermin und wir bereden in Ruhe, wie ich dir weiterhelfen kann.

 

* Ich stelle dir hier Teile des Coachingprozesses und nicht den gesamten Ablauf vor.

** Siehe auch meinen Blogartikel Visualisieren mit Holzfiguren.

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Dein systematischer Rückblick auf 2019 – Vorgehen und Nutzen

Ich lade dich ein, die Zeit zwischen den Jahren zu nutzen und entlang der Lebensbereiche auf das vergangene Jahr zurückzublicken, am besten schriftlich.

7 Lebensbereiche als Modell

Schaue auf 2019 in den Bereichen:

  1. Arbeit / Beruf / Ehrenamt (Einsatz, Erfolg, Erfüllung …)
  2. Eigene Familie und
  3. Herkunftsfamilie (Beziehungen, Kontakt, Nähe …)
  4. Soziales Umfeld (Freund*innen, Bekannte, Verwandte, Nachbar*innen, Kolleg*innen …)
  5. Gesundheit (körperlich, seelisch, geistig) und Wohlbefinden („Akku“, Ausgleich, Hobbies, Schlaf, Entspannung …)
  6. Finanzen (Verpflichtungen, Anschaffungen, Wünsche …)
  7. Glaube / Religion / Philosophie (Sinn des Lebens, Gott, Schicksal …)

7 (bunte) Blätter

  • Nimm dir sieben Blätter und schreibe die einzelnen Bereiche als Überschriften, vielleicht sogar in verschiedenen Farben.
  • Lass dir Zeit. Du tust es für dich, für niemanden sonst.
  • Sammle zu jedem der Themen alle Gedanken, Namen, Daten, Aspekte, Stichpunkte, die dir einfallen, ohne sie zu bewerten.
  • Gehe zur Erinnerung deine Aufzeichnungen oder die Monate in deinem Kalender durch und ergänze entsprechend.
  • Bearbeite Blatt für Blatt oder alle parallel. Wie du magst.

13 hilfreiche Fragen

Vielleicht helfen dir diese Fragen beim Sammeln, vielleicht hast du auch ganz andere. Alles kann, nichts muss.

  1. Was ist im Vergleich zu 2018 gleich geblieben?
  2. Was hat sich verändert?
  3. Wer oder was kam neu (oder wieder) in dein Leben?
  4. Von wem oder wovon hast du dich verabschiedet?
  5. Wovon hast du „die Schnauze voll“?
  6. Was hast du ausprobiert oder gelernt?
  7. Wobei warst du erfolgreich?
  8. Was hat nicht geklappt?
  9. Woran bist du gescheitert?
  10. Was hast du ausgebaut oder verstärkt?
  11. Welchen Wunsch oder welche Idee hast du umgesetzt?
  12. Welche/n (noch) nicht?
  13. Wofür bist du dankbar?
  14. … ?

Dein Nutzen für 2020

Wenn du alle sieben Blätter beschriftet hast, schaue sie dir in aller Ruhe an und notiere dann deine Antworten, Gedanken und Ideen:

  • Mit welchem der Bereiche bist du vollauf zufrieden?
  • Was kann so bleiben, wie es ist?
  • In welchem Bereich hast du den Wunsch nach Veränderung oder Verbesserung?
  • Welcher Bereich macht dir Sorgen?
  • Wo siehst du Handlungsbedarf?
  • Wer oder was könnte dir weiterhelfen?
  • … ?

Ich wünsche dir viel Freude bei deiner Arbeit am Jahresrückblick und wertvolle Erkenntnisse, die du im neuen Jahr nutzen kannst.

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5 Geschenke für dich zu Weihnachten

Liebe Leserin, lieber Leser,

auf diesem Weg wünsche ich dir frohe, friedliche und geruhsame Weihnachtstage, die so verlaufen, wie du es dir wünschst, mit Menschen, die dir lieb und wichtig sind.

Sollte dem nicht so sein, schenke ich dir:

  1. ein funktionierendes Erwartungsbegrenzermodul,
  2. einen liebevollen Blick auf die Macken deiner Mitmenschen – und auf deine eigenen,
  3. innere Gelassenheit, damit die schöne Stimmung auch von dir ausgehen kann,
  4. ein freundliches Lächeln, wenn etwas nicht so ist, wie du gedacht hast,
  5. einen tiefen Atemzug und die Zuversicht, dass der Weihnachtsstress auch dieses Mal vorbeigehen wird.

Lass es dir gut gehen und sei herzlich gegrüßt

Christine

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Das Vier-Ohren-Modell: 12 Punkte, die du wissen solltest

Für mich steht nicht im Vordergrund, dass du die komplette Theorie dazu auswendig kennst und aufsagen kannst. Viel wichtiger ist mir, dass du weißt, worum es geht und was dir das Modell im Alltag bringt.

Deshalb nenne ich dir die 12 Aspekte, die, meiner Erfahrung nach, bei dir auf jeden Fall hängen bleiben sollten.

7 Fakten

  1. Das „4-Ohren-Modell“ heißt auch Kommunikationsquadrat oder Nachrichtenquadrat.
  2. Es ist ein Modell aus der Kommunikationspsychologie und beschreibt die vier Seiten einer Nachricht.
  3. Prof. Dr. Friedemann Schulz von Thun hat es entwickelt. Er ist Jahrgang 1944 und lebt aktuell noch.
  4. Das Modell beschreibt, dass es bei einer Nachricht einen „Sender“ mit „vier Schnäbeln“ und einen „Empfänger“ mit „vier Ohren“ gibt.
  5. Beide werden jeweils auf vier Ebenen bzw. Seiten gleichzeitig wirksam: der Sachebene, der Selbstkundgabe, der Beziehungsseite und der Appellseite.
  6. Vermutlich das beliebteste Beispiel dazu ist die Frage: „Was ist das Grüne in der Suppe?“
  7. Wenn der Empfänger antwortet, wird er zum Sender (mit vier Schnäbeln) und der vormalige Sender wird zum Empfänger (mit vier Ohren).

2 Erkenntnisse

  1. Was ich sage, kann bei der anderen Person ganz anders ankommen / kann diese ganz anders auffassen, als ich es gesagt oder gemeint habe.
  2. Was ich höre, kann bei mir ganz anders ankommen / kann ich ganz anders auffassen, als es die andere Person gesagt oder gemeint hat.

3 Tipps

  1. Wenn du dir bei einer Nachricht nicht sicher bist, ob du sie richtig verstanden hast, kannst du das Gehörte in deinen Worten zusammenfassen: „Verstehe ich dich richtig, dass …“ oder „Meinst du damit, dass …“ etc.
  2. Oder du kannst zurückfragen: „Wie bitte?“, „Wie meinst du das?“, „Was heißt das?“ oder „Was verstehst du unter … ?“
  3. Wenn du noch mehr zu dem Thema wissen willst, kannst du auf der Institutsseite des Erfinders, Prof. Dr. Friedemann Schulz von Thun, alles zum Original-Vier-Ohren-Modell nachlesen. Es wird dort ausführlich und praxistauglich erklärt.

Wie ist deine Erfahrung mit dem Modell? Konntest du es schon erfolgreich einsetzen? Schreibe es mir, wenn du magst, in einem Kommentar. Im Voraus vielen Dank.

Vielleicht interessiert dich in dem Zusammenhang auch mein Blogartikel: Drei Beispiele – Wie Missverständnisse entstehen und was hilft.

Bild von thịnh nguyễn xuân auf Pixabay

Visualisieren mit Holzfiguren

*Unbeauftragte und unbezahlte Werbung.

Ich erzähle dir ein kurzes Fallbeispiel aus meiner Praxis, mit welchen Holzfiguren ich arbeite und was ich im Coaching mit ihnen erreichen will.

Kurzes Fallbeispiel

Die Leiterin einer Einrichtung ist unter anderem wegen der „nervigen und endlosen Diskussion mit einer und um eine Mitarbeiterin“ bei mir im Coaching. Ich lade sie ein, aus ihrer Sicht die aktuelle Situation mit Holzfiguren nachzustellen. (Das Beitragsbild ist ein Beispiel und nicht dem Coaching entnommen.)

Im Verlauf findet sie u.a. heraus: Sie hat anfangs eine bestimmte Person „nicht auf dem Schirm“. Diese mischt sich, „obwohl es sie nichts angeht“, immer wieder in die Diskussion ein und erschwert die Situation. Eine weitere Person hat zwar offiziell nicht die Leitung, doch sie beeinflusst durch ihre langjährige Zugehörigkeit maßgeblich das Geschehen und die Stimmung.

Durch den Aufbau bekommt die Coachee schnell Klarheit über die Situation und kann die verschiedenen Lösungsmöglichkeiten durchspielen.

Welche Holzfiguren?

Ich habe mich seinerzeit für jene im INSZENARIO® Set Compact* von Gunter König entschieden. Gekauft habe ich sie im Shop der OWB Oberschwäbische Werkstätten gGmbH* in Sigmaringen.

Nach meiner Erfahrung erklären sie sich selbst, laden schnell zum spielerischen Umgang ein und lassen viel Spiel-Raum:

  • 9 Farben (rot, gelb, grün, blau, grau, violett, natur, schwarz, weiß), drei Größen, „Mann / Frau“ bzw. „Mädchen / Junge“
  • Ohne Gesicht oder Haare, extra Arme und Beine
  • Mit gleicher Vorder- und Rückseite
  • Aus Holz gefertigt, sehr angenehme Haptik
  • Plus Zusatzmaterial (Anleitung, Klötze, Hafties zur Beschriftung)

Die Figuren gibt es auch einzeln, in weiteren Farben und aus Pappe.

Was erreiche ich damit?

Wenn es konkret um Personen (wie oben) oder um das „Innere Team“ geht, erarbeiten wir durch den Aufbau der Figuren und das Gespräch darüber:

  • Einen Überblick über die beteiligten Personen
  • Klarheit über Strukturen, Hierarchien, Beziehungen, Verbindungen, Nähe und Distanz etc.
  • Mögliche Optionen durch das Betrachten der Situation aus verschiedenen Blickwinkeln
  • Mögliche Konsequenzen durch das Bewegen, Umbauen, Verändern und Ergänzen der Darstellung (Was passiert, wenn …? Wen oder was brauchst du, damit …? Wir tun mal so, als ob … )

Ich ergänze ggf. anderes Material und die Darstellung wird am Ende fotografiert.

Hast du Lust bekommen, die Figuren auszuprobieren oder herauszufinden, wie du sie zielführend in deinem Bereich einsetzen kannst? Dann melde dich gern mit dem Stichwort „Holzfiguren“ bei mir.

Bild: privat

Mit der Wunschliste zu mehr Zufriedenheit

Sicher gibt es auch bei dir im Job Punkte, die dich nerven oder die du gern schon länger anders hättest, wie zum Beispiel ständige Unterbrechungen in deiner Büroarbeit. Hier zeige ich dir, wie du diese Punkte ändern kannst.

1. Was nervt?

Schreibe auf ein Blatt, was dich alles stört, worüber du dich aufregst, was dich einfach nervt. Ohne lange zu überlegen oder zu sortieren. Das können vermeintliche Kleinigkeiten, Abläufe oder Vorkommnisse sein, die sich häufen. Dir fällt bestimmt einiges ein.

2. Ist es deins?

Überlege dir dann, auf welche Punkte du Einfluss hast, wo du wirklich selbst etwas ändern kannst und wo nicht. Wo du also auf Andere angewiesen wärst, damit sich etwas verbessert.

3. Wünsch dir was

Formuliere dann aus den verbleibenden Punkten deine Wünsche und notiere diese auf einer Liste. Aus einem „ständig kommt Jemand in mein Büro“ könnte zum Beispiel der Wunsch „Ich möchte ungestört arbeiten.“ werden.

4. Was tun?

Nimm dir nun den Wunsch vor, der dich am meisten anspricht oder der am schnellsten zu erfüllen ist.

In unserem Fall könnte eine Vereinbarung mit den Mitarbeiter*innen helfen wie: Wenn die Bürotür zu ist, möchte ich nicht gestört werden. Oder ein Schild mit „Bitte Ruhe“ an der Tür. Oder eine störungsfreie Zeit, in der du nicht an dein Telefon gehst und dich mit niemandem besprichst. Oder …

Wenn dieser Wunsch zu deiner Zufriedenheit erfüllt ist, suche dir den nächsten auf deiner Liste aus.

5. Es ist an dir

Sei kreativ und lasse dir etwas einfallen. Du weißt am besten, wie sich deine Wünsche erfüllen lassen, was du tun kannst, um eine Änderung zu erreichen. Damit es dir besser geht und du in/mit deiner Arbeit zufriedener bist. Probiere es einfach aus.

Ich wünsche dir viel Erfolg und gutes Gelingen!

P.S.: Sollte die Liste an Nervigem endlos lang sein oder solltest du nicht wirklich vorwärts kommen, melde dich bei mir. Ich entwickle mit dir passende Ideen und unterstütze dich bei der Umsetzung.

Bild von Kranich 17 auf Pixabay

Drei Beispiele: Wie Missverständnisse entstehen und was hilft

Wir gehen oft davon aus, dass die Anderen die gleiche „Definition“ von Begrifflichkeiten oder den gleichen Standpunkt zu einem Thema haben wie wir selbst. Dem ist aber nicht immer so, wie meine kurzen Beispiele gleich zeigen werden.

Drei wichtige Erkenntnisse:

  1. Mag ein Begriff oder Thema noch so alltäglich, selbstverständlich oder banal sein: Mache dir klar, dass es dazu unterschiedliche Sichtweisen geben kann, die sich nicht mit deiner decken.
  2. Es ist wichtig, sich – immer wieder – zu vergewissern, ob wir vom Gleichen ausgehen oder über das Gleiche reden.
  3. Der Austausch darüber hilft, Missverständnisse aufzudecken und zu vermeiden.

Klopapier, Uhr und Handy – meine drei Beispiele

Beispiel 1: Rolle rückwärts

In einem Workshop geht es hoch her. Acht Frauen diskutieren und versuchen sich gegenseitig zu überzeugen, dass es genau so sein müsse und nicht andersherum.

Um zu verdeutlichen, wie Missverständnisse entstehen können, hatte ich mich mit einer Rolle Toilettenpapier vor die Gruppe gestellt. Die beiden Zeigefinger dienten links und rechts als Rollenhalter, einige Blätter waren abgerollt. Ich stand nur da und sagte nichts.

Fragende Blicke der Teilnehmerinnen. „Was wird das jetzt?“ fragte Jemand. „Keine Ahnung, eine Kunstinstallation vielleicht?“ Sie grübelten und rätselten eine ganze Weile, bis eine Frau meinte: „Ist doch egal, was das darstellen soll, sie hängt ja eh verkehrt herum.“

Nach einem kurzen Moment der Stille brach eben jene Diskussion los, die ich eingangs erwähnte. Wegen einer Papierrolle, die sich nach vorne oder, umgedreht, nach hinten abrollen lässt. Kaum eine hatte je darüber gesprochen und jede war davon ausgegangen, dass es „alle“ so machen würden wie sie selbst. (Eine gab zu, sie würde die Rolle auf fremden Toiletten umdrehen, wenn sie „verkehrt herum“ hängt. Doch das nur am Rand.)

Beispiel 2: Mittagszeit

Ich bespreche mit einer Kollegin, dass wir uns noch einmal wegen eines gemeinsamen Projektes zusammensetzen. „Ich komme morgen Mittag bei dir im Büro vorbei.“ sagt sie. „Alles klar!“ antworte ich ihr und freue mich auf die gemeinsame Arbeit.

Am nächsten Tag sehe ich zu, dass ich bis 12 Uhr mit meiner Arbeit fertig bin und warte auf meine Kollegin, die sicher jeden Moment kommt.

Es wird viertel nach 12*, halb 1, viertel vor 1 – keine Kollegin zu sehen. „Sie hat es wohl vergessen.“ denke ich. „Oder es ist ihr etwas dazwischengekommen. Oder sie steht im Stau. Doch wieso sagt sie dann nicht Bescheid?“

Langer Rede, kurzer Sinn: Sie kam um halb 2, was, im Gegensatz zu mir, ihrer Vorstellung von „Mittag“ entsprach.

Beispiel 3: Handy aus

Ein neuer Kurs an der VHS startet und wie immer bespreche ich mit den (hier 8) Teilnehmer*innen, wie wir miteinander umgehen wollen. Beim Thema „Handy“ meint Jemand ganz überzeugt: „Das brauchen wir nicht zu besprechen, das ist doch eh klar. Das Handy bleibt aus.“

Ich befrage jede einzelne Person und es kommen 8 verschiedene Meinungen dabei heraus. Von „Ist mir egal, ich habe kein Handy.“ über „Ich lasse mir doch nicht vorschreiben, wie ich mit meinem Handy umzugehen habe.“ bis zu einem Mitarbeiter des THW (Technisches Hilfswerk), der an diesem Samstag Bereitschaft hat und mit dem Handy auf „laut“ im Kurs sitzt. Das Erstaunen über die Vielfalt der Meinungen ist groß.

*So heißt es für mich als Münchnerin. Die Franken hier sagen „viertel 1“. Auch gut geeignet für Missverständnisse :-).

Bild von Holger Langmaier auf Pixabay.

Anna besiegt die Aufschieberitis mit 8+2 klugen Tipps

Du schiebst eine Sache immer und immer wieder auf, bist ein typischer Fall von Prokrastination? Lies hier die 10 Tipps, die ich meiner Coachee Anna gegen ihre Aufschieberitis gegeben habe.

Die Frage von Anna

Kürzlich fragte mich Coachee Anna*, ob ich einen Tipp für sie hätte und erzählt:

„Ich schaffe in der Arbeit und auch privat richtig viel, bin gut organisiert und, wenn es sein muss, auch diszipliniert. Doch diese eine Sache schiebe und schiebe ich seit Monaten: Ich muss die Belege von Einkäufen, die ich für die Einrichtung getätigt habe, in eine Liste eintragen und die Liste dann beim Kassier abgeben. Im Gegenzug bekomme ich das ausgelegte Geld zurück. Keine große Sache. Eigentlich.

Inzwischen drängt der Kassier, wenigstens die Belege vom letzten Jahr zu bekommen. Und ich habe mir zur Erinnerung schon x-mal einen leuchtenden Zettel in den Kalender geklebt. Aber die Liste ist immer noch nicht erstellt. Was kann ich da tun?“

Liebe Anna, hier ist nicht nur einer, hier sind gleich

8 kluge Tipps, um dich selbst zu überlisten:

  1. Gestehe dir zu, dass es lästige, langweilige und öde Aufgaben gibt, die dir keinen Spaß machen und trotzdem erledigt werden müssen. Wie Zähne putzen.
  2. Verspreche Jemandem, der streng mit dir ist, die Aufgabe bis zu einem bestimmten Tag erledigt zu haben. Vereinbart eine Strafe, die dich trifft.
  3. Teile die Aufgabe in machbare Blöcke auf: Schaffe am Abend vorher Platz auf dem Schreibtisch und richte Belege, Liste und Stift her. Erst am nächsten Morgen oder Abend fängst du an, die Belege einzutragen.
  4. Stoppe sofort jegliche Diskussion in deinem Kopf, die Suche nach Ausflüchten und Ablenkungsmanövern. Zähle 1-2-3 und los geht´s.
  5. Erledige in deiner Bürozeit – noch vor allen anderen Aufgaben – diese eine gleich als erste.
  6. Nimm dir mit der Salamitaktik (Scheibchen für Scheibchen) den allerkleinsten Schritt vor. Will heißen: Ich trage heute einen Beleg in die Liste ein. Nicht mehr. Wenn erst einmal der Anfang gefunden ist, werden es vielleicht auch ein paar mehr.
  7. Sei stolz auf dich, klopfe dir auf die Schulter und belohne dich, wenn du den Minischritt geschafft hast.
  8. Male dir aus, welchen Wunsch du dir und deiner Familie mit dem vielen Geld erfüllen kannst.

Viel Erfolg bei der Umsetzung. Ich bin gespannt, ob du mit deiner Familie (siehe 8.) demnächst vielleicht in Urlaub fährst.

Du hast es ausprobiert und keiner der 8 Super-Tipps hat geholfen?

Dann kommen hier:

Meine 2 Extra-Tipps:

  1. Wirf alle Belege weg und schreibe das Geld als Spende an die Einrichtung ab. Oder:
  2. Delegiere die Aufgabe an eine Person, die so etwas lieber macht als du.

*Name frei erfunden.

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Edit: Artikel aktualisiert am 11.10.2019.

Lästiges Thema auf dem Tisch? 9 „Anpackhemmer“ + 9 Lösungen

Du hast ein immer wiederkehrendes Thema auf dem Tisch, das dich nervt und kommst nicht in die Gänge? Ich verrate dir neun Blockaden, die mir Leiter*innen, Führungskräfte und Chefs nannten. Hole dir danach meine Tipps dazu.

Die 9 häufigsten Begründungen sind:

  1. Ich habe keine Zeit, der Tag ist so schon übervoll.
  2. Ich habe keine Lust, mir noch mehr aufzuhalsen.
  3. Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll.
  4. Ich weiß nicht, wer mir weiterhelfen könnte.
  5. Ich weiß nicht, was ich konkret tun oder anders machen kann.
  6. Ich habe schon so viel ausprobiert, das hat alles nichts gebracht.
  7. Ich habe Angst, etwas falsch zu machen oder zu scheitern.
  8. Es ist mir zu anstrengend und kostet mich Kraft, die ich nicht (mehr) habe.
  9. Ich habe Angst, dass sich die Mitarbeiter*innen gegen mich stellen.

Das kannst du tun:

1. Ich habe keine Zeit, die Tage sind eh schon übervoll.

Mein Tipp: Wir alle haben 24 Stunden Zeit pro Tag. Die Frage ist, wie ich die Zeit nutze, die mir zur Verfügung steht, Stichwort: Zeitmanagement. Sortiere nach dem „Eisenhower-Prinzip“ wichtige und dringende Aufgaben und versuche, sinnvolle Prioritäten zu setzen.

2. Ich habe keine Lust, mir noch mehr aufzuhalsen.

Mein Tipp: Das klingt mir nach tiefem Frust, ganz nach dem Motto „Ich bin hier eh immer der Depp.“ Überprüfe, ob deine Aussage so stimmt und achte darauf, ob alle Aufgaben wirklich „deine“ sind. Beantworte dir in einer stillen Minute ehrlich die Frage, ob du noch einen Sinn in deiner Arbeit siehst.

3. Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll.

Mein Tipp: Heißt das, dass dir der „Berg“ riesig vorkommt und du den Überblick verloren hast? Dann schreibe erst einmal alle Gedanken auf kleine Zettel oder Karteikarten, die dir zu deinem Thema durch den Kopf gehen. Versuche dann, sie in kleine Stapel zu sortieren und so einen Überblick zu bekommen. Fange mutig mit dem nahe liegendsten, kleinsten oder einfachsten (Mäuse-)Schritt an.

4. Ich weiß nicht, wer mir weiterhelfen könnte.

Mein Tipp: Recherchiere im Internet, gehe dein Netzwerk durch oder spreche andere darauf an, ob sie eine Empfehlung für dich haben. Oder melde dich bei mir.

5. Ich weiß nicht, was genau ich tun oder anders machen soll.

Mein Tipp: Formuliere deine Frage konkret und stelle sie im Kollegenkreis oder in einem Forum. Oder frage bei mir gezielt nach Informationen.

6. Ich habe schon so viel ausprobiert, das hat alles nichts gebracht.

Mein Tipp: Es ist verständlich, dass du resignierst. Vermutlich hat dir nur die richtige Person oder der zielführende Impuls gefehlt. Gib dem Ganzen noch einmal eine Chance, bespreche dich mit mir und versuche es ein letztes Mal.

7. Ich habe Angst, etwas falsch zu machen oder zu scheitern.

Mein Tipp: Mache dir klar, dass es keine zu 100% richtige Entscheidung gibt und verabschiede dich von „perfekt“. Fehler machen gehört zum Leben dazu. Du kannst aus ihnen lernen und dich so weiterentwickeln.

8. Es ist mir zu anstrengend und kostet mich Kraft, die ich nicht (mehr) habe.

Mein Tipp: Es ist wichtig, mit seinen Kräften hauszuhalten und Aufgaben auch einmal nicht zu übernehmen. Überlege dir genau, wer oder was dir deine Kraft raubt und wo bzw. wie du „auftanken“ kannst. Dann hast du auch bald wieder die nötigen Ressourcen, um dein Thema anzugehen.

9. Ich habe Angst, dass sich die Mitarbeiter*innen gegen mich stellen.

Mein Tipp: Das heißt im Umkehrschluss, dass du dir in deiner Position nicht sicher bist. Hole dir professionelle Unterstützung bei mir oder einem Mentor/einer Mentorin, damit du deine Rolle selbstsicher, kompetent und souverän ausfüllen kannst.

Und? Hast du dich in einem der Punkte wiedererkannt? Weißt du, was dich persönlich vom „Thema anpacken“ abhält? Schreibe mir oder buche ein kostenfreies Erstgespräch. Dann können wir herausfinden, was du für deine Arbeit brauchst und wie ich dir konkret weiterhelfen kann.

Damit du die Blockade(n) überwindest und leicht und zuverlässig in´s TUN kommst.

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Mit 50 Impulsen zur Veränderung

*Unbeauftragte und unbezahlte Werbung.

„Vor über zwei Jahren war eine Freundin von mir bei dir im Coaching.“ erzählte mir eine Frau mittleren Alters kürzlich im Erstgespräch. „Sie war total begeistert, wie gut es ihr geholfen hat und empfahl mir, auch zu dir zu gehen. Diese Idee gefiel mir sofort. Die Situation in der Arbeit wurde ja von Quartal zu Quartal immer schlimmer für mich. Ich weiß gar nicht, wieso das jetzt so lange gedauert hat, bis ich endlich einen Termin bei dir buchte.“

Vielleicht hat es etwas mit dem Leidensdruck zu tun, der hoch genug sein muss, um etwas zu unternehmen oder zu verändern.

Erst mit dem 50. Impuls sei Veränderung möglich, sagt Coach Doug Stevenson.

Sabine Asgodom, die deutsche Managementtrainerin, Speakerin und Autorin hat eine etwas andere Erklärung. In einem ihrer Bücher* beschreibt sie eine interessante Begegnung mit ihrem Coaching-Kollegen Doug Stevenson. Im Verlauf des Gesprächs erzählt er ihr von folgender Studie:

„Der Mensch braucht etwa 50 Impulse, um etwas in seinem Leben zu verändern. (…) Vielleicht seien es auch nur 46 oder gar 52 Impulse, so genau wisse man das auch nicht. Aber solange der 42., 43. oder 45. Impuls noch nicht angekommen sei, könne der Mensch sein Vorhaben noch nicht anpacken. (…) Und wenn der 50. Impuls erreicht ist, dann ist es plötzlich ganz einfach.

Vieles kann ein Impuls sein: ein Erlebnis, ein Filmausschnitt oder Buch, ein Musiktitel, ein Gespräch, ein Bericht in den Medien oder ein Werbeplakat … 50 mal werden wir mit der Nase auf unser Thema gestoßen, bis es „klick“ macht und wir etwas unternehmen oder ändern (können).

Mir persönlich hilft dieses Studienergebnis, mit mir selbst oder meinem Gegenüber geduldiger zu sein, wenn es anscheinend nicht schnell genug geht mit dem „endlich“ dies oder jenes tun.

Der 50. Impuls im Coaching

Im Coaching gehört es für mich immer wieder zu den schönsten Momenten, wenn ich den entscheidenden 50. Impuls geben kann. Dann sehe ich es der oder dem Coachee deutlich an: Der Knoten ist aufgegangen und tatsächlich ist plötzlich alles ganz einfach.

In diesem Sinne wünsche ich dir ganz viele wundervolle Impulse und so oft als möglich (oder nötig) den 50ten.

P.S.: Ich bestelle meine Bücher bei Buch7.de*. Dort gehen 75% des Gewinns an soziale Projekte, ohne dass ich mehr bezahle.

*Sabine Asgodom: So coache ich – 25 überraschende Impulse, mit denen Sie erfolgreicher werden. Kösel-Verlag, München, ²2012, S. 83-84.

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Edit: Artikel aktualisiert am 14.10.2019

Die 8 besten Gründe für ein Coaching bei mir

Hier erfährst du kurz und knapp, was aus meiner Sicht für unsere Zusammenarbeit in einem Coaching spricht.

Braucht es Coaching?

„Coaching? Das braucht kein Mensch!“ Das gab mir vor vielen Jahren ein älterer Herr zur Antwort, als ich ihm erzählte, was ich beruflich mache. Er murmelte etwas von „neumodischem Zeug“  und verwies auf „früher“. Da hätte es das auch nicht gebraucht und die Leute hätten noch „miteinander g’redt“. Vielleicht kannst du ihn dir bildlich vorstellen, wie er so vor sich hin grantelte.

Ich war damals – und bin es bis heute – überzeugt von meiner Arbeit als Sozialpädagogin und Coach. Es begeistert und erfüllt mich immer wieder, wie sehr ich Menschen helfen kann. Möglicherweise finden sich in einer „offiziellen“ Coaching-Definition viele Argumente dafür (oder auch dagegen, siehe oben), sich coachen zu lassen.

Ich nenne dir hier meine 8 Top-Gründe (und einen Bonusgrund), ganz aus meiner persönlichen Sicht und Erfahrung, die für dich interessant sind:

8 besondere Gründe, die für ein Coaching bei mir sprechen:

1. Du stehst im Mittelpunkt.

Ohne Ablenkung und bei voller Verschwiegenheit, die ich dir garantiere.

2. Es geht um dein Ziel und den Weg dorthin.

Auch wenn es in deinem Kopf wirbelt – ich behalte das Geschehen und den „roten Faden“ im Blick.

3. Du suchst eine Lösung für ein konkretes Problem.

Ich gebe dir das nötige „Werkzeug“ und stelle dir die richtigen Fragen, sodass du deine (tragfähige) Lösung selbst entwickeln kannst.

4. Du drehst dich mit einem Thema im Kreis, sitzt im Grübel-Karussell fest.

Ich helfe dir, es zu stoppen, wieder festen Boden unter die Füße zu bekommen und vorwärts zu gehen.

5. Du darfst dich zeigen, wie du bist und wie es dir gerade geht.

Ich nehme dich so an, fühle ein Stück weit mit dir und fange dich gegebenenfalls auf.

6. Du kannst deine Ideen, Bedenken, Zweifel, Überlegungen und Fragen ohne Scheu loswerden.

Ich verurteile dich nicht dafür und führe dich darüber zu deinen Ressourcen.

7. Du hast schon einiges ausprobiert, doch bei diesem einen, schwierigen Problem scheint es keinen Ausweg zu geben.

Mit meinem geschulten Blick von „außen“ sehe ich neue Zusammenhänge, Lösungsansätze und Möglichkeiten.

8. Du hast den Eindruck, dass du aus dieser Negativ-Spirale, in der du steckst, nicht mehr herauskommst.

Ich glaube fest daran, dass du alles in dir trägst, was du für eine Wendung zum Positiven brauchst und dass du eine gute Zeit vor dir hast.

Und hier noch ein Bonusgrund für dich:

Bei aller Ernsthaftigkeit und Anstrengung darf ein Coaching-Prozess auch Leichtigkeit haben und Spaß machen. Dafür sorge ich, versprochen.

Menschen kamen schon mit den unterschiedlichsten Fragen, Themen und Problemen zu mir in´s Coaching. Welche Grübelei lässt dich nachts nicht schlafen?

Erzähle mir davon in unserem persönlichen Erstgespräch. Ich freue mich auf dich.

Bild von Macrovector auf Fotolia / Adobe Stock

Christine Kiunke
Bergstraße 5
91301 Forchheim

christine@kiunke-coaching.de
Telefon: 09191 / 62 19 05
Mobil:     01784 / 07 92 18

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