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Was kann ich tun, wenn in meinem Leben ein Problem auftaucht, wenn ich unzufrieden bin und es “nicht läuft”? – Im Jahreskurs haben wir zwölf hilfreiche Fragen dazu erarbeitet und besprochen. Ich habe sie um einige interessante Fragen ergänzt, die wir an anderer Stelle diskutiert haben. Sie stellen keine abschließende Sammlung dar, sondern sind als Anregung und Unterstützung gedacht.

16 anregende Lösungsfragen im Selbstcoaching

  1. Wie gut kann ich das Problem / die Fragestellung wahrnehmen und annehmen?
  2. Was passiert, wenn ich nichts tue und alles so weiterlaufen lasse? Was habe ich von dem Problem? Was habe ich von einer Lösung?
  3. Wie geht es mir mit dem Problem? Was macht es mit mir? Wo / wie spüre ich es?
  4. Wie sehr belastet es mich auf einer Skala von 0 (gar nicht) bis 10?
  5. Wie wichtig bzw. dringend ist die Lösung? Gibt es eine Deadline / einen Termin?
  6. Wer ist beteiligt? Ist es wirklich mein Problem?
  7. Was ist (vermutlich) das Thema?
  8. Welchen Einfluss habe ich auf die Lösung?
  9. Wer bzw. was könnte mir helfen? (Infos, Arzt, Coach, Gespräch etc.)
  10. Welche (lustigen, verrückten, unmöglichen, dummen, tollen etc.) Ideen gibt es dazu, ganz ohne “Schere im Kopf”?
  11. Was davon habe ich schon versucht / ausprobiert?
  12. Wer unterstützt mich?
  13. Welchen “Preis” zahle ich für die Lösung / Beseitigung des Problems?
  14. Was hält mich noch ab? Was kann (schlimmstenfalls) passieren, wenn ich das Problem löse? Welche Bedenken habe ich noch?
  15. Was brauche ich (noch) für eine Lösung?
  16. Welcher ist der kleinstmögliche, erste Schritt zu einer Lösung? Wann gehe ich ihn?

Für die Beantwortung einiger oder aller Fragen brauche ich Zeit und Ruhe. Deshalb vereinbare ich am besten einen Termin mit mir selbst, den ich im Kalender eintrage und ernst nehme. Ich halte die Ideen und Antworten in Stichpunkten schriftlich fest. Sollte ich alleine nicht weiterkommen, hole ich mir Unterstützung. Die Fragen sind eine Anregung, eigene Fragen sind willkommen. Vieles braucht Zeit, um sich zu entwickeln. Dranbleiben lohnt sich.

Logo der VHS Erlangen, Frau R. Schreiber

(Überarbeitet am 17.09.2018)

Im VHS-Aufbaukurs “Selbstbewusstsein trainieren” bearbeiteten wir die Fragen “Wie gehe ich um mit meiner Wut?” und “Kann ich überhaupt gut mit Wut umgehen und wenn ja, wie geht das?

An dieser Stelle bedanke ich mich herzlich bei meinen Kursteilnehmer/innen für ihre persönlichen Fragen und das große Vertrauen.

Hier sind nun meine vier Schritte, die mir persönlich im Umgang mit meiner Wut sehr hilfreich sind:

  1. Wut ist gut.
  2. Wut tut gut.
  3. Wut kommt nicht allein.
  4. Wut braucht Aktion.

 

 

1. Wut ist gut

– Ja, ich kann wütend sein. Der Alltag um mich herum läuft nicht immer so, wie ich es mir vorstelle. Dann ist es gut, wenn ich wütend werden kann. Auf mich selbst, auf eine andere Person oder auf eine bestimmte Situation. Ich freue mich, dass ich dieses Gefühl im Repertoire habe, so, wie ich auch Freude, Angst, Hoffnung, Zuneigung und vieles mehr empfinden kann.

– Ja, ich darf wütend sein. Ich lasse das Gefühl zu und erlaube mir die Wut. In der Konsequenz heißt das für mich: Ich bekämpfe die Wut nicht, unterdrücke sie nicht auf Dauer, ignoriere sie nicht und verbiete sie mir nicht. Ich nehme dieses Gefühl an als einen wichtigen Teil von mir.

2. Wut tut gut

– Sie ist ein deutliches Signal. Wütend zu sein ist erst einmal nicht besonders angenehm für mich. Ich fühle mich nicht wohl, es geht mir nicht gut. Ich spüre es körperlich, dass die Wut etwas mit mir macht. Doch so, wie körperliches Unwohlsein oder Schmerzen darauf hindeuten, dass etwas nicht stimmt, so ist meine Wut ein wichtiges Signal: Achtung, hier läuft etwas schief! Sei es, dass gerade ein wichtiges Bedürfnis verletzt wird oder etwas gegen einen Wert läuft, der mir sehr oder gar lebenswichtig ist.

– Sie hat Kraft. Anders als Niedergeschlagenheit, Trauer oder Depression bringt Wut kraftvolle Energie mit. Das ermöglicht Aktion, Bewegung, Veränderung.

3. Wut kommt nicht allein

Das Sammelsurium der Gefühle. In meinem “Wutpaket” oder “Wutcontainer” kann auch das Gefühl von Ungerechtigkeit stecken, von Ohnmacht oder Hilflosigkeit, von Traurigkeit, Einsamkeit oder Überforderung. Oder etwas ganz anderes.

Meine Gefühle sind eng mit vielen Faktoren verbunden, wie z.B. meinen Erfahrungen und  Erlebnissen (Gegenwart), Erinnerungen (Vergangenheit) und Erwartungen (Zukunft). Das erklärt auch, wieso wir manche Emotion so heftig erleben oder sie uns gar “aus der Bahn wirft”.

4. Wut braucht Aktion

  • Erste Aktion: Wahrnehmen, dass ich gerade wütend (geworden) bin: Aha.
  • Zweite Aktion: Anerkennen, dass ich wütend bin: Okay.
  • Dritte Aktion: TIEF (DURCH)ATMEN.
  • Evtl. raus aus der Situation. Auf die Toilette gehen geht immer.
  • Wutentbrannt, kochen vor Wut: “löschen”, kühlen. z.B. kaltes Wasser über den Puls, die Unterarme laufen lassen, lauwarm duschen, kalte Kompresse auf die Stirn oder in den Nacken, Fußbad, Vollbad mit beruhigenden Essenzen, etwas Kühles trinken oder essen. Frische Luft. Austoben.
  • Außer sich vor Wut: z.B. sich in eine Decke hüllen, eine Jacke fest um sich wickeln, in den Arm nehmen lassen, schnell bewegen
  • Beben vor Wut: z.B. bewegen, rennen, springen, zappeln, tanzen, in die Luft boxen, auf ein Kissen schlagen, austoben, körperlich anstrengen
  • Schreien, zetern, schimpfen wie ein Rohrspatz, laut singen, Musik aufdrehen
  • Meditation, Gebet, autogenes Training, Yoga, Qui Gong, Entspannung, ruhige Musik
  • Darüber reden
  • Dem Grund auf die Spur kommen
  • Wa-Wi-Wu-Technik einsetzen (Wahrnehmung, Wirkung, Wunsch)
  • Schreiben: Brief an mich selbst, Tagebuch, Brief oder E-Mail an den Wutauslöser schreiben und – nicht – abschicken
  • VHS-Kurs besuchen
  • Professionelle Unterstützung suchen (z.B. Beratung, Coaching, Therapie), wenn ich allein nicht “herausfinde” aus meiner Wut
  • Meine persönliche Strategie üben

Dies sind meine vier Schritte und dazu viele Anregungen zum “guten Umgang” mit Wut. Ich hoffe, diese Zusammenstellung ist hilfreich für Sie, vielleicht auch beim Umgang mit anderen “großen” Gefühlen.

Sollten Sie eine Frage zum Thema haben, schreiben Sie mir gerne eine E-Mail oder rufen Sie mich an.

Bild von Fotolia: #56245925 | Clover picture | © nickylarson974

Georg Schramm, Jahrgang 1949 und laut Wikipedia einer der besten und schärfsten Vertreter des politischen Kabaretts, lehrt die Zuhörer/innen in seiner Motivationsrede “Warum nicht?” (Link entfernt) drei kleine Lektionen zum Thema “Erfolg”. Obschon aus dem Jahr 2002, ist sie aktueller denn je und hat mich vor allem mit der ersten Lektion sehr inspiriert. Hier ein kurzer Auszug (gekürzt) aus dem Text:

“Es gibt viele ‘Ja, aber’ – Sager. Das sind Menschen,die bei einer Idee, die Jemand hat, als allererstes antworten mit einem Satz, der anfängt mit “Ja, aber”. Schon ist alles dahin, wird alles zerredet, es ist aus mit der Vision.

Es gibt aber auch Andere: die ‘Warum nicht?’ – Sager. Die antworten, wenn Jemand eine Idee hat, mit ‘Hey, warum nicht?’ Und schon sind wir auf der Handlungsebene.

‘Ja, aber’ – Sager diskutieren, ‘Warum nicht?’ – Sager handeln.”

Haben Sie Lust, auch einmal gezielt auf Ihre Satzanfänge zu hören und den Tipp auszuprobieren? So wie ich gestern?

Ich kann nur bestätigen: Ja, so ist es wirklich. Ohne wenn und aber.

Bild von Fotolia: Colorful vector why not words with butterflies background | Datei: #55945643 | Urheber: abstract

Kennen Sie das? Sie sollen sich in einer Runde kurz vorstellen oder Sie unterhalten sich mit Jemandem, als das Gespräch plötzlich stockt. “Was sage ich jetzt bloß?” schießt es Ihnen durch den Kopf.

In solchen Momenten kann eine Kinderzeichnung eine gute Hilfe sein. Das Bild kann so oder so ähnlich wie auf dem Foto aussehen. Lassen Sie sich einfach inspirieren.

1. Tipp: Was sehe ich konkret auf dem Bild?

  • Haus: Wo lebe ich? Wie wohne ich? Mit wem? Haustiere? Mein Traumhaus?
  • Sonne: Wo fahre ich gerne in Urlaub hin? Lieber Winter oder Sommer? Freizeit lieber im Freien oder drin?
  • Garten: Habe ich einen Garten? Den “grünen Daumen”? Lieber Schnitt- oder Topfblumen? Schon mal einen Baum gepflanzt?
  • Kamin: Habe ich im Haus einen offenen Kamin? Hätte ich gerne einen? Womit heize ich?
  • Zeichnung: Zeichne ich gut / gern? Habe ich noch andere Hobbies?

2. Tipp: Wofür könnten die Details symbolisch stehen?

  • Haus: Wo, an welchem Ort, in welchem Thema, fühle ich mich “zuhause”? Habe ich schnell Fernweh / Heimweh?
  • Sonne: Was macht mir Freude? Was bringt mich zum Strahlen? Wobei leuchten meine Augen?
  • Kamin: Was heizt mir richtig ein? Wann oder wo wird mir “warm um´s Herz”? Wofür engagiere ich mich?
  • Wolken: Was beflügelt oder betrübt mich? Wo zieht es mich hin? Wovon träume ich?
  • Garten: Was bringt meine Phantasie zum Blühen? Welche meiner Anstrengungen trägt “Früchte”, soll Früchte tragen?

3. Tipp: Ist es Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft? Realität oder Phantasie? Beispiel Haus:

  • Wo bin ich geboren und aufgewachsen? Wo habe ich schon überall gelebt? Wo bin ich zur Schule gegangen? Wo habe ich meine Ausbildung absolviert oder studiert?
  • Wo lebe ich aktuell? Wie wohne ich? Wo bin ich zuhause?
  • Wo werde ich leben, wenn z.B.: ich mit der Ausbildung fertig bin, die Kinder aus dem Haus sind, ich alt bin?
  • Wie sieht mein Traumhaus aus? Wo würde ich gerne leben, wenn ich es mir aussuchen könnte? Wie würde ich mich einrichten, wenn Geld keine Rolle spielt?

4. Tipp: Ich kann die Zeichnung als Anregung nutzen, um

  • über mich selbst zu sprechen
  • meinem Gesprächspartner / meiner Gesprächspartnerin eine Frage zu stellen
  • ein Selbstgespräch zu führen, um beim nächsten Mal bestens gewappnet zu sein

Ich wünsche Ihnen viel Freude mit dieser Anregung und zahlreiche Ideen bei der Umsetzung.

Bild von Fotolia: Kinderzeichnung | Datei: #39330626 | Urheber: xwefotolia

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Am vergangenen Wochenende habe ich ein paar Tage lang das Bett gehütet. Erst war ich, als eine eher ungeduldige Patientin, genervt von dieser Zwangspause. Gerade jetzt, wo so viel zu tun ist, muss ich krank werden. Muss ich? Offensichtlich schon.

Ich nahm also die Erkrankung als Hinweis und versuchte, dem Zusammenhang mit meiner momentanen Situation nachzugehen. Schnell war mir klar, was mir “an die Nieren geht”, und ich konnte konkrete Verbesserungen “in’s Auge fassen”. (mehr …)

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