Zoom Fatigue: Faktoren + Lösungen

In den letzten Wochen und Monaten stellte sich mir immer wieder die Frage, wieso Online-Veranstaltungen so viel anstrengender sind als solche in Präsenz.

In ihrem Impulse-Artikel beschreibt Kathrin Halfwasser vier Faktoren für Online-Müdigkeit, die der Kognitionspsychologe Jeremy Bailenson herausgefunden hat.

Kurz zusammengefasst sind das:

1. AUGENKONTAKT

  • Online unnatürlich hohe Menge
  • Gesichter in der Größe nur von vertrauten Menschen angenehm
  • Interpretation des Gehirns: Nähe = sich paaren oder streiten

→    Lösung:

  • Raus aus dem Full Screen Modus
  • Fenster so viel als möglich verkleinern
  • Ggf. Bildschirm weiter weg stellen (Habe ich gemacht. Hilft.)

2. SELBSTANSICHT

  • Permanente Kontrolle
  • Erhöhte Selbstkritik
  • Negative Gefühle (Abwertung, Minderwertigkeitsgefühl)

→    Lösung:

  • Selbstbild ausrichten
  • Dann Selbstansicht ausschalten

3. BEWEGUNGSFREIHEIT

  • Bildausschnitt – verharren in einer Position
  • Permanent frontale Ausrichtung
  • Erwiesen: bessere kognitive Leistungen mit Bewegung

→    Lösung:

  • Kamera immer wieder aus, sich Bewegung verschaffen
  • Sollte die Regel sein, um Zoom Fatigue vorzubeugen

4. KOGNITIVE BEANSPRUCHUNG

  • Gegenüber / Mimik, Gestik „lesen“ viel schwieriger
  • Noch mehr bei technischen Problemen (z.B. schlechte Tonqualität)
  • Viel stärkere Reaktionen notwendig, z.B. deutlich Kopf schütteln oder nicken, Daumen hoch etc. *

→    Lösung:

  • Kamera (immer wieder) aus

5. ERGÄNZUNGEN der Studierenden / Vorlesung „QM in der Sozialen Arbeit“:

  • Viel mehr gefordert, dabei zu bleiben – keine Möglichkeit, mal schnell den Nachbarn / die Nachbarin zu fragen
  • Höhere technische und persönliche Schwelle, zu unterbrechen und nachzufragen
  • Höhere technische und persönliche Schwelle, sich bemerkbar zu machen (Wunsch nach geringerem Tempo oder Pause etc.)
  • Starre Regel: Kamera muss ständig an sein [nicht in meiner Vorlesung]
  • Ständiger Einblick von Fremden in die Privatsphäre

→    Lösung:

  • Virtuelle Veranstaltungen haben eigene Anforderungen und Bedingungen.
  • Virtuelle Lehre ist nicht das Gleiche wie Lehre in Präsenz.
  • Ernst nehmen der gesundheitlichen Aspekte und Auswirkungen von Online-Veranstaltungen.
  • Absprachen / Regeln, die für alle Beteiligten passen.

* Ein Student merkte an, dass er dies inzwischen auch im „normalen“ Alltag so mache, was in seinem Umfeld immer wieder zu Irritationen führe.

Wo setzen Sie an, um für sich und ggf. andere Online-Veranstaltungen angenehmer und weniger anstrengend zu machen?

Schreiben Sie es mir in einer E-Mail, ich lerne immer gern dazu.

Bild: ©  Hatice EROL / Pixabay.com

 

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Christine Kiunke
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