Selbstbewusstsein

Wie Bea lernte, Herrn Kritikus zu lieben

Eine Leitungskraft, die ich seit einiger Zeit begleite, kommt zu mir ins Coaching. Nach Anna, die der Aufschieberitis trotzt, nenne ich sie Bea*.

Die Situation

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge wird Bea in Kürze in einen neuen Berufs- und Lebensabschnitt wechseln. In diesem Termin ist es ihr Wunsch, gezielt und in Ruhe auf die fünf Jahre als Einrichtungsleiterin zurückzublicken. Zudem stellt sie die Frage, wie sie die quälenden Gedanken: „Das ist alles nicht gut gelaufen, das hätte ich viel besser machen können.“ loswerden kann.

Das Coaching

Wir nehmen uns Zeit und sammeln auf Karteikarten alles, was ihr durch den Kopf geht. Schöne, erstaunliche, lustige und unangenehme Erinnerungen, anstrengende und freudvolle Momente, traurige und begeisterte Eindrücke. Anschließend sortiert sie die vielen Karten nach ihrem eigenen System und stellt überrascht fest: „Das sind ja deutlich mehr positive als negative Karten.“

Im Weiteren erkennt sie für sich: „Dieses Projekt war genau mein Ding. Ich habe mit meinem Team eine tolle, etablierte Einrichtung geschaffen, die von außen geschätzt und anerkannt wird.“ Sie braucht einen Moment, um dies zu fassen.

Dann verändert sich ihr Gesichtsausdruck und sie fährt nachdenklich fort: „Trotz allem tauchen sie immer wieder auf, die überkritischen Gedanken: >Da wäre bestimmt noch mehr gegangen. Hast du den Eltern wirklich genug Aufmerksamkeit geschenkt? Bist du im Team genug auf alle eingegangen? Warst du geduldig und fair genug? Bist du den Kindern gerecht geworden?< und so weiter. Ich kann gar nicht aufhören, so zu denken.“

Ich lade Bea zunächst ein, sich von ihrem inneren Kritiker, Herrn Kritikus, ein Bild zu machen (= visualisieren**) und ihn zu zeichnen. Der war natürlich auch in diesem Moment aktiv und ließ sie sagen: „Ich kann überhaupt nicht zeichnen.“

Anschließend erarbeiten wir, wie sie zukünftig mit Herrn Kritikus umgehen kann. Hier nenne ich dir drei von Beas Erkenntnissen, die vielleicht auch für dich interessant sind:

An Herrn Kritikus – und mich:

  • Danke, dass es dich gibt.

Ich möchte dich als inneren Kritiker nicht mehr mit aller Macht loswerden, im Gegenteil. Ich freue mich, dass ich dich habe. Kritische Selbstreflexion, meine Ideen, meine Gedanken und mein Tun infrage zu stellen, ermöglicht Entwicklung.

Dass die Einrichtung jetzt so erfolgreich da steht, habe ich auch dir zu verdanken.

  • Alles zu seiner Zeit.

Doch selbst, wenn ich froh bin, dass es dich gibt, möchte ich dich nicht mehr ununterbrochen, 24 Stunden, in Dauerschleife und bei jeder Gelegenheit bei mir haben. Ich habe es in der Hand, dich aktiv einzuladen, wenn es passt (z.B. beim Rückblick auf den Tag) und dich zu stoppen, wenn es zu viel wird.

Dann werde ich dir sagen oder denken: „Danke, aber jetzt reicht’s. Ich hole dich wieder, wenn ich dich brauche.“

  • Ich bin richtig gut so, wie ich bin.

Ich habe sicher nicht immer „richtig“ gehandelt und optimal reagiert. Ich bin ein Mensch wie jeder andere, mit Stärken und Schwächen, Ecken und Kanten, guten und schlechten Tagen. Ich darf Fehler machen und daraus lernen. Ja, ich darf auch nachdenklich und kritisch sein. Ich darf mich annehmen, wie ich bin. Ich darf stolz auf mich sein.

Selbst, wenn ich nicht perfekt bin, bin ich ein liebenswürdiger Mensch und eine tolle Leiterin.

Zum Abschluss

Bea fasst ihr Coaching zusammen: „Das hat absolut gut getan, sich mal Zeit für so einen Rückblick zu nehmen und das Ganze einzuordnen.

Und Herr Kritikus – ich glaube, den muss ich daheim nochmal neu zeichnen. Der ist ja gar nicht so böse, wie ich dachte, sondern ein wichtiger Teil von mir.

Jetzt freue ich mich auf alles, was kommt. Vielen Dank!“

 

Stehst du auch an der Schwelle zu einem neuen Lebensabschnitt?

Mit meiner Unterstützung tust du dir deutlich leichter. Wie?

Schreibe mir einfach eine E-Mail oder buche einen Gesprächstermin und wir bereden in Ruhe, wie ich dir weiterhelfen kann.

 

* Ich stelle dir hier Teile des Coachingprozesses in anonymisierter Form vor.

** Siehe auch meinen Blogartikel Visualisieren mit Holzfiguren.

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KOMMUNIKATION FÜR FRAUEN – 5 x AM FREITAG ABEND

  • Ausgebucht. Sie können sich auf eine Warteliste setzen lassen, falls jemand absagt.

Termine: 23.10., 13.11. und 04.12.20, 15.01. und 05.02.21, jeweils 18 – 21 Uhr.  

| KLARHEIT – FREUDE – SELBSTVERTRAUEN |

Im Mittelpunkt stehen kurze, theoretische Inputs und die praktische Anleitung der Dozentin, das Ausprobieren und Üben verschiedener Situationen in Rollenspielen und das moderierte Gespräch in der Gruppe.

Themen: Gespräche führen, Kommunikationsstile, Körpersprache, persönliche Stärken, innere Haltung, Wirkung, Missverständnisse erkennen und vermeiden, mit Emotionen umgehen, Standpunkt vertreten, sich Gehör verschaffen, Grenzen klären. Sie werden eng mit den Teilnehmerinnen abgesprochen.

Verbessern Sie spielerisch und leicht Ihr Kommunikationsverhalten und genießen Sie Ihr neues Selbstbewusstsein.

Der Kurs ist bestens geeignet für weibliche Fach- und Führungskräfte jeglicher Branche, sowie für Wiedereinsteigerinnen in den Beruf. Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich.

Kleingruppe, max. 8 Teilnehmerinnen.

Wenn Sie mehr zu meiner Kursarbeit erfahren möchten, empfehle ich Ihnen diesen Blogbeitrag:

Von Anmeldung bis Ziel: 26 hilfreiche Infos zu meinen VHS-Kursen

Sie wissen nicht so recht, ob der Kurs das Richtige für Sie ist?

Schreiben Sie mir eine E-Mail oder buchen Sie ein persönliches Gespräch mit mir.

Ich freue mich auf Ihre Frage und antworte Ihnen so schnell als möglich.

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SMALL TALK – LEICHT UND LOCKER

  • Noch 4 Plätze frei.

Small Talk ist für Sie wichtig, aber so gar nicht Ihres? Hier steht das Ausprobieren und Üben im Mittelpunkt, die Gruppe wird Sie tatkräftig dabei unterstützen. Dazu bekommen Sie viele praktische Tipps und hilfreiche Informationen. So werden Sie schnell an Sicherheit und Leichtigkeit gewinnen und die nächste Gelegenheit mit Bravour meistern.

Wenn Sie mehr zu meiner Kursarbeit erfahren möchten, empfehle ich Ihnen diesen Blogbeitrag:

Von Anmeldung bis Ziel: 26 hilfreiche Infos zu meinen VHS-Kursen

Sie wissen nicht so recht, ob der Kurs das Richtige für Sie ist?

Schreiben Sie mir einfach eine E-Mail oder buchen Sie ein persönliches Gespräch.

Ich freue mich auf Ihre Nachricht und antworte Ihnen so schnell als möglich.

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Lästiges Thema auf dem Tisch? 9 „Anpackhemmer“ + 9 Lösungen

Du hast ein immer wiederkehrendes Thema auf dem Tisch, das dich nervt und kommst nicht in die Gänge? Ich verrate dir neun Blockaden, die mir Leiter*innen, Führungskräfte und Chefs nannten. Hole dir danach meine Tipps dazu.

Die 9 häufigsten Begründungen sind:

  1. Ich habe keine Zeit, der Tag ist so schon übervoll.
  2. Ich habe keine Lust, mir noch mehr aufzuhalsen.
  3. Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll.
  4. Ich weiß nicht, wer mir weiterhelfen könnte.
  5. Ich weiß nicht, was ich konkret tun oder anders machen kann.
  6. Ich habe schon so viel ausprobiert, das hat alles nichts gebracht.
  7. Ich habe Angst, etwas falsch zu machen oder zu scheitern.
  8. Es ist mir zu anstrengend und kostet mich Kraft, die ich nicht (mehr) habe.
  9. Ich habe Angst, dass sich die Mitarbeiter*innen gegen mich stellen.

Das kannst du tun:

1. Ich habe keine Zeit, die Tage sind eh schon übervoll.

Mein Tipp: Wir alle haben 24 Stunden Zeit pro Tag. Die Frage ist, wie ich die Zeit nutze, die mir zur Verfügung steht, Stichwort: Zeitmanagement. Sortiere nach dem „Eisenhower-Prinzip“ wichtige und dringende Aufgaben und versuche, sinnvolle Prioritäten zu setzen.

2. Ich habe keine Lust, mir noch mehr aufzuhalsen.

Mein Tipp: Das klingt mir nach tiefem Frust, ganz nach dem Motto „Ich bin hier eh immer der Depp.“ Überprüfe, ob deine Aussage so stimmt und achte darauf, ob alle Aufgaben wirklich „deine“ sind. Beantworte dir in einer stillen Minute ehrlich die Frage, ob du noch einen Sinn in deiner Arbeit siehst.

3. Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll.

Mein Tipp: Heißt das, dass dir der „Berg“ riesig vorkommt und du den Überblick verloren hast? Dann schreibe erst einmal alle Gedanken auf kleine Zettel oder Karteikarten, die dir zu deinem Thema durch den Kopf gehen. Versuche dann, sie in kleine Stapel zu sortieren und so einen Überblick zu bekommen. Fange mutig mit dem nahe liegendsten, kleinsten oder einfachsten (Mäuse-)Schritt an.

4. Ich weiß nicht, wer mir weiterhelfen könnte.

Mein Tipp: Recherchiere im Internet, gehe dein Netzwerk durch oder spreche andere darauf an, ob sie eine Empfehlung für dich haben. Oder melde dich bei mir.

5. Ich weiß nicht, was genau ich tun oder anders machen soll.

Mein Tipp: Formuliere deine Frage konkret und stelle sie im Kollegenkreis oder in einem Forum. Oder frage bei mir gezielt nach Informationen.

6. Ich habe schon so viel ausprobiert, das hat alles nichts gebracht.

Mein Tipp: Es ist verständlich, dass du resignierst. Vermutlich hat dir nur die richtige Person oder der zielführende Impuls gefehlt. Gib dem Ganzen noch einmal eine Chance, bespreche dich mit mir und versuche es ein letztes Mal.

7. Ich habe Angst, etwas falsch zu machen oder zu scheitern.

Mein Tipp: Mache dir klar, dass es keine zu 100% richtige Entscheidung gibt und verabschiede dich von „perfekt“. Fehler machen gehört zum Leben dazu. Du kannst aus ihnen lernen und dich so weiterentwickeln.

8. Es ist mir zu anstrengend und kostet mich Kraft, die ich nicht (mehr) habe.

Mein Tipp: Es ist wichtig, mit seinen Kräften hauszuhalten und Aufgaben auch einmal nicht zu übernehmen. Überlege dir genau, wer oder was dir deine Kraft raubt und wo bzw. wie du „auftanken“ kannst. Dann hast du auch bald wieder die nötigen Ressourcen, um dein Thema anzugehen.

9. Ich habe Angst, dass sich die Mitarbeiter*innen gegen mich stellen.

Mein Tipp: Das heißt im Umkehrschluss, dass du dir in deiner Position nicht sicher bist. Hole dir professionelle Unterstützung bei mir oder einem Mentor/einer Mentorin, damit du deine Rolle selbstsicher, kompetent und souverän ausfüllen kannst.

Und? Hast du dich in einem der Punkte wiedererkannt? Weißt du, was dich persönlich vom „Thema anpacken“ abhält? Schreibe mir oder buche ein kostenfreies Erstgespräch. Dann können wir herausfinden, was du für deine Arbeit brauchst und wie ich dir konkret weiterhelfen kann.

Damit du die Blockade(n) überwindest und leicht und zuverlässig in´s TUN kommst.

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