Online-Tool: Die Gefühlsmonster sind los!

Die Gefühlsmonster-Karten helfen da weiter, wo Worte fehlen. Ich erzähle etwas zu den Karten, beschreibe drei praktische Beispiele aus meiner Arbeit und nenne 7 Vorteile. Der Artikel enthält unaufgeforderte und unbezahlte Werbung. 

„Ich verbinde mit der Karte Jemanden, der einen anstrengenden Lauf hinter sich hat und jetzt schwitzt und total k.o. ist.“ So beschreibt Lisa die Karte, die die Nummer 6 im Set der 25 Gefühlsmonster trägt. Paul entgegnet ihr: „Ich sehe Jemanden, der einen wichtigen Termin ´verschwitzt´ hat und sich jetzt an den Kopf schlägt.“

Was sagt dir die Karte?

Die Gefühlsmonster-Karten haben auf der Rückseite keine Zuschreibungen wie „traurig“, „wütend“ oder „glücklich“. Zudem gibt es nicht die Auslegung. Jede Person verbindet die Bilder mit sich selbst. So kommt es, dass zwei Personen, wie Lisa und Paul, die gleiche Karte unterschiedlich interpretieren. Der wichtigste Satz ist demnach: „Was sagt dir die Karte? Was verbindest du damit?“

Die Geschichte der Karten

Wenn die Initiatorin und Gründerin Lilli Höch-Corona in ihrer Arbeit mit Kindern über Gefühle sprach, bekam sie als Antworten lediglich „cool“ oder „uncool“. Dies ließ sie nach einer Möglichkeit Ausschau halten, wie sie den Kindern helfen könnte, Gefühle zu benennen oder zu beschreiben. Das war 1996. Nach und nach entstanden dann die Gefühlsmonster und die dazugehörigen Karten. Wenn es dich interessiert, kannst du auf der Website der Gefühlsmonster GmbH die ganze Geschichte nachlesen.

Ich selbst wurde auf die Gefühlsmonster-Karten durch ein nettes Missverständnis aufmerksam. In der Abschlussrunde einer Vorlesung bat eine Studentin: „Ich würde so gern mal wieder mit den ´Gefühlsmonstern´ arbeiten.“ Ich nahm die Anregung auf (wohl wissend, dass sie mich mit einer lieben Kollegin bzw. mit deren Vorlesung verwechselte), lernte die Gefühlsmonster kennen und schätzen. Inzwischen habe ich sie schon viele Male in (Online-) Coachings eingesetzt. Wie auch andere Bildkarten schaffen sie es immer wieder, die Coachees „aus dem Kopf“ in die Emotionen zu holen.

Drei Beispiele

Beispiel 1: Eine Frau erzählt im Coachinggespräch eine für sie heftige Situation aus der Arbeit. Sie zieht die Karten 20, 4, 22 und 13 und beschreibt, was sie fühlt und damit verbindet. Auf meine Frage, wie sie sich in der Situation gern fühlen würde, wählt sie die Nr. 11. Wir erarbeiten daraufhin ihren persönlichen Weg dorthin und die ersten, kleinsten Schritte.

Beispiel 2: Eine Führungskraft skizziert ihre momentane Situation in der Arbeit, die sie sehr anstrengt und fordert. Sie nimmt die Karten 13, 14, 25 und 17. Als ich sie frage, wie sie sich gern fühlen würde, entscheidet sie sich für den Joker. Hinter diesem verbirgt sich die Karte Nr. 3. Nach dem anfänglichen Schrecken („Oh nein, den will ich nicht!“) arbeiten wir heraus, welche der Eigenschaften, die sie „ihren“ Monstern zuschreibt, sie für eine Veränderung brauchen kann. So beschreibt sie z.B. die Nr. 17 zuerst als eingeschüchtert und ängstlich. Dann aber auch als bedacht, vorsichtig und ruhig abwartend. Am Ende der Sitzung meint sie lachend: „Mein Joker ist mir jetzt fast sympathisch.“

Beispiel 3: In einem Team-Workshop (online) stelle ich den Mitarbeiter*innen die Frage, wie sie die Arbeit mit den Kund*innen empfinden. Jede*r zieht bis zu vier der Online-Karten und legt seine persönliche Einschätzung dar. Diese Übung sorgt für einen regen Austausch und, obwohl sich das Team schon einige Jahre kennt, für einige „Aha“-Erlebnisse. Zudem werden das Vertrauen untereinander und die Zusammenarbeit gestärkt.

Online-Version

Inzwischen ist es möglich, die Gefühlsmonster im (Selbst-) Coaching, in einem Gespräch, in der Mediation, Therapie, Supervision oder in einer Teamsitzung auch online einzusetzen. Dazu stellte das Team die Karten im vergangenen Jahr kostenfrei online und programmierte sogar verschiedene (Spiel-) Varianten dazu. Darüber freue ich mich sehr.

Die Vorteile der Gefühlsmonster-Karten im Überblick:

  • Drei verschiedene Formate (Scheckkartengröße, DIN A 6 und DIN A 4)
  • Kostenfreie Online-Version mit verschiedensten Einsatzmöglichkeiten
  • Seminare und kostenfreie Schulungen zum Einsatz der Gefühlsmonster
  • Ständige Weiterentwicklung der Einsatzbereiche (neu: in der Schule)
  • Freie Interpretation möglich, da ohne Zuschreibungen
  • Vielseitig verwendbar: Als „Türöffner“, zur Klärung von Sichtweisen, Problemen oder Konflikten, zum Lernen von Körpersprache, als Spiel, für Feed back, für ein „Blitzlicht“, als Sprachhelfer u.v.m.
  • In fast allen Altersstufen verwendbar

Ich wünsche dir viel Freude mit den Gefühlsmonster-Karten, sei es in der Online-Version oder mit den „echten“ Karten.

Edit: Artikel am 15.04.2021 aktualisiert und überarbeitet.

Bild: Karte Nr. 11 aus dem Kartenset der Gefühlsmonster GmbH

Christine Kiunke
Bergstraße 5
91301 Forchheim

christine@kiunke-coaching.de
Telefon: 09191 / 621 905
Mobil:     01771 / 468 842

Scroll to Top