Meine Strategie in der Pandemie: Kurzsichtigkeit, Mummelessen und grüne Socken

Die Pandemie fordert uns viel ab. Da ist es gut, seine ganz persönliche Durchhaltestrategie zu kennen. Wie meine aussieht, erzähle ich dir hier.

„Die Pandemie ist zum Kotzen, die Bestimmungen einzuhalten ist anstrengend und nervig, und dass die Infektionszahlen trotz allem so hoch sind, finde ich absolut frustrierend und ungerecht. Ich habe keine Lust mehr auf das Thema und … (bitte weitere Gedanken ergänzen).“

Ich darf durchhängen

Ja, ich leiste mir solche Zeiten, in denen ich angestrengt, genervt, lustlos, mutlos, traurig und frustriert bin. In denen ich resigniere vor der Übergröße von „Corona“ und der nicht enden wollenden Pandemie. Wann wird es wieder anders, besser, „normal“?

Ich will und muss an diesen Tagen nicht so tun, als würde es reichen, alles „einfach nur positiv zu sehen“. Ich darf durchhängen und das auch zugeben. So.

Aber: Ich möchte in diesem Zustand auch nicht endlos lange verharren oder gar stecken bleiben.

Drei Dinge helfen mir:

  • Kurzsichtigkeit

Ich schaue nicht in die Ferne und versuche nicht, die Zukunft zu „lesen“. Ich überlege nicht, ob der vor langer Zeit gebuchte Urlaub Ende August statt finden kann oder nicht. Seit vor einigen Jahren meine Mutter überraschend im Sterben lag, als wir eigentlich an den Gardasee aufbrechen wollten, bin ich in meinen Planungen sowieso vorsichtiger geworden. Unter den jetzigen Bedingungen noch mehr.

Was ich gut überblicken kann, ist der heutige Tag, und der morgige und vielleicht noch der Tag danach. Alles andere wird sich finden, wenn es so weit ist. (Ich rede hier nicht von beruflichen Terminen, sondern von meinem Privatleben.)

Diese „Kurzsichtigkeit“ bewahrt mich davor, im Nebel zu stochern und Fragen zu stellen, auf die es heute noch keine Antwort gibt oder geben kann. Sie begrenzt an solchen Tagen meinen Planungsspielraum auf ein überschaubares Maß und entlastet mich dadurch einfach.

  • Mummelessen

Manchmal braucht es auch ein „Mummelessen“, das Bauch und Seele gut tut. Das sind bei uns Spaghetti mit Soße. Oder selbstgemachte Pizza mit viel Käse. Oder auch Kartoffelsuppe, Pfannkuchen mit Apfelmus, Quark mit Mandarinen. Bei meiner Freundin ist es Milchreis mit heißen Himbeeren. Was ist dein Mummelessen?

  • Grüne Socken

Patientinnen mit der Diagnose Eierstockkrebs oder anderen, gynäkologischen Krebserkrankungen erhalten durch den Verein ESKD Eierstockkrebs-Verein Deutschland e.V. umfangreiche Unterstützung und Informationen. Dazu gibt es als Geschenk handgestrickte, grüne Socken.

Grün als Farbe der Hoffnung und Wollsocken, damit die betroffenen Frauen während der Krebstherapie keine „kalten Füße“ im doppelten Sinn bekommen. Stricker*innen aus ganz Deutschland steuern Socken bei. Im letzten Jahr waren es über 1600 Paar in den verschiedensten Grüntönen und Mustern. Der Verein verteilt diese dann an die Kliniken und Tumorzentren, die bei der Aktion mitmachen.

„Diese Socken sind für die Patientinnen weit mehr als nur Socken. Sie sind Hoffnung, Freude, Farbe, Lichtblicke und noch viel mehr.“ Dies schrieb mir Tania Linke im Januar in ihrer Dankkarte für mein Sockenpaket. Sie ist die Initiatorin und Organisatorin der Aktion Grüne Socke.

Im vergangenen Oktober war ich im Internet zufällig auf die Aktion aufmerksam geworden. Da ich sie toll finde, sehr gern Socken stricke und in meinem Umfeld alle mit Wollsocken versorgt sind, stricke ich jetzt mit Freude grüne Socken und spende sie.

Fazit

Es ist ein schönes Gefühl, den Verein zu unterstützen und den Frauen mit meinem Hobby etwas Gutes zu tun. Dieser Einsatz für andere, mir selbst regelmäßig etwas Gutes zu tun und immer wieder über meine innere Haltung nachzudenken – das alles hilft mir aus so manchem „Durchhänger“.

Was sind deine Erfahrungen und Tipps, um diese besonderen Zeiten durchzustehen? Schreibe es mir in einer E-Mail. Ich freue mich auf deine Ideen.

Bild: Privat

Christine Kiunke
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91301 Forchheim

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