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Die schwierigste Entscheidung meines Lebens

Der „graue Star“, eine zunehmende Eintrübung der Augenlinse, begleitete mich seit Geburt. Über die Jahre hatte er meine Sicht so weit verschlechtert, dass ich nur noch eine Sehkraft von unter 20 % hatte.

Das hieß: Ich erkannte Leute auf der Straße nicht mehr, taperte langsam und in kleinen Schritten, um nicht über eine Bordsteinkante zu fallen oder gegen ein Hindernis zu laufen. Ich traute mich nicht mehr, Bus oder Zug zu fahren, konnte kaum noch am Computer arbeiten.

Die Lichtempfindlichkeit war so stark, dass ich die meiste Zeit mit Sonnenbrille unterwegs war. Immer mehr vermied ich es, aus dem Haus zu gehen, schließlich hatte ich das Gefühl zu verkümmern, wie eine Topfpflanze, die man nicht gießt.

„Die Star-OP ist eine reine Routine-OP. Die machen wir hier zig mal im Jahr. Da brauchen Sie sich keine Sorgen machen.“ Die Assistenzärztin meinte es bestimmt gut. Doch für mich war es keine Routine. Für mich ging es um alles oder nichts.

Denn: Ich sehe nur auf einem Auge. Ergo: Wenn die OP schief geht, sehe ich auf keinem Auge mehr.

Ich beriet mich mit meinem Mann, meinem Optiker, meinen Kindern. Sie würden mir helfen, die Konsequenzen zu tragen. Doch abnehmen konnte mir die Entscheidung in diesem Moment niemand.

„Die Chance, dass Sie bei der OP erblinden, ist bei 30 %.“

Der Chefarzt der Augenklinik sah mich ruhig an. „Das Risiko ist durch Ihre Vorgeschichte deutlich höher als bei anderen. Ich werde mehr als mein Bestes geben und alles tun, dass Sie hinterher sehen können. Die Entscheidung liegt ganz bei Ihnen.

Ja, ich habe mich schließlich von ihm operieren lassen. Weil …

  • ich so nicht weiterleben wollte.
  • ich dem Arzt blind (kleines Wortspiel) vertraute.
  • ich ihm glaubte, dass er mich nicht nur als „Fall“, sondern als Person sieht.
  • er mich ernst nahm, ehrlich und kompetent informierte und beriet.
  • er nicht nur Arzt, sondern auch Mensch war, nahbar, aufmerksam, empathisch.

Nach der OP traute ich mich lange Zeit nicht, die Augen aufzumachen.

„Ich sehe Licht.“ flüsterte ich schließlich, völlig überwältigt. (Dieser Satz berührt mich noch heute, sechs Jahre später, sehr.)

Wenn auch Sie eine wichtige, vielleicht lebensverändernde Entscheidung zu treffen haben, habe ich folgende Tipps für Sie.

6 Tipps, eine Entscheidung leichter zu fällen

  • Es ist Ihr Recht, sich zu entscheiden, wie Sie es wollen. Gleichzeitig ist es Ihre Pflicht, denn Niemand kann und wird es Ihnen abnehmen.
  • Besprechen Sie sich mit einer Person, die Ihnen wirklich zuhört, Sie und Ihre Situation ernst nimmt und versteht und sie realistisch einordnen kann. (Bedenkenträger sind da eher nicht hilfreich.)
  • Wägen Sie Nutzen und Risiko sorgfältig ab.
  • Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl.
  • Vertrauen Sie, wenn Sie können: Ihrem Umfeld, dem Leben, sich selbst.
  • Entscheiden Sie, wenn Sie bereit sind, die Konsequenzen zu tragen.

Sie stehen vor einer Entscheidung, die Sie schon länger umtreibt, belastet, um den Schlaf bringt?

Dann melden Sie sich per E-Mail mit dem Stichwort „Gespräch“ und lassen Sie uns in Ruhe bereden, wie es für Sie weitergehen kann.

Damit auch Sie wieder den Durchblick haben und klar sehen.

Es gibt für alles eine passende Lösung.

Bild: © Roy Buri / Pixabay

 

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Christine Kiunke
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