Monat: Januar 2020

Wie Bea lernte, Herrn Kritikus zu lieben

Eine Leitungskraft, die ich seit einiger Zeit begleite, kommt zu mir ins Coaching. Nach Anna, die der Aufschieberitis trotzt, nenne ich sie Bea*.

Die Situation

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge wird Bea in Kürze in einen neuen Berufs- und Lebensabschnitt wechseln. In diesem Termin ist es ihr Wunsch, gezielt und in Ruhe auf die fünf Jahre als Einrichtungsleiterin zurückzublicken. Zudem stellt sie die Frage, wie sie die quälenden Gedanken: „Das ist alles nicht gut gelaufen, das hätte ich viel besser machen können.“ loswerden kann.

Das Coaching

Wir nehmen uns Zeit und sammeln auf Karteikarten alles, was ihr durch den Kopf geht. Schöne, erstaunliche, lustige und unangenehme Erinnerungen, anstrengende und freudvolle Momente, traurige und begeisterte Eindrücke. Anschließend sortiert sie die vielen Karten nach ihrem eigenen System und stellt überrascht fest: „Das sind ja deutlich mehr positive als negative Karten.“

Im Weiteren erkennt sie für sich: „Dieses Projekt war genau mein Ding. Ich habe mit meinem Team eine tolle, etablierte Einrichtung geschaffen, die von außen geschätzt und anerkannt wird.“ Sie braucht einen Moment, um dies zu fassen.

Dann verändert sich ihr Gesichtsausdruck und sie fährt nachdenklich fort: „Trotz allem tauchen sie immer wieder auf, die überkritischen Gedanken: >Da wäre bestimmt noch mehr gegangen. Hast du den Eltern wirklich genug Aufmerksamkeit geschenkt? Bist du im Team genug auf alle eingegangen? Warst du geduldig und fair genug? Bist du den Kindern gerecht geworden?< und so weiter. Ich kann gar nicht aufhören, so zu denken.“

Ich lade Bea zunächst ein, sich von ihrem inneren Kritiker, Herrn Kritikus, ein Bild zu machen (= visualisieren**) und ihn zu zeichnen. Der war natürlich auch in diesem Moment aktiv und ließ sie sagen: „Ich kann überhaupt nicht zeichnen.“

Anschließend erarbeiten wir, wie sie zukünftig mit Herrn Kritikus umgehen kann. Hier nenne ich dir drei von Beas Erkenntnissen, die vielleicht auch für dich interessant sind:

An Herrn Kritikus – und mich:

  • Danke, dass es dich gibt.

Ich möchte dich als inneren Kritiker nicht mehr mit aller Macht loswerden, im Gegenteil. Ich freue mich, dass ich dich habe. Kritische Selbstreflexion, meine Ideen, meine Gedanken und mein Tun infrage zu stellen, ermöglicht Entwicklung.

Dass die Einrichtung jetzt so erfolgreich da steht, habe ich auch dir zu verdanken.

  • Alles zu seiner Zeit.

Doch selbst, wenn ich froh bin, dass es dich gibt, möchte ich dich nicht mehr ununterbrochen, 24 Stunden, in Dauerschleife und bei jeder Gelegenheit bei mir haben. Ich habe es in der Hand, dich aktiv einzuladen, wenn es passt (z.B. beim Rückblick auf den Tag) und dich zu stoppen, wenn es zu viel wird.

Dann werde ich dir sagen oder denken: „Danke, aber jetzt reicht’s. Ich hole dich wieder, wenn ich dich brauche.“

  • Ich bin richtig gut so, wie ich bin.

Ich habe sicher nicht immer „richtig“ gehandelt und optimal reagiert. Ich bin ein Mensch wie jeder andere, mit Stärken und Schwächen, Ecken und Kanten, guten und schlechten Tagen. Ich darf Fehler machen und daraus lernen. Ja, ich darf auch nachdenklich und kritisch sein. Ich darf mich annehmen, wie ich bin. Ich darf stolz auf mich sein.

Selbst, wenn ich nicht perfekt bin, bin ich ein liebenswürdiger Mensch und eine tolle Leiterin.

Zum Abschluss

Bea fasst ihr Coaching zusammen: „Das hat absolut gut getan, sich mal Zeit für so einen Rückblick zu nehmen und das Ganze einzuordnen.

Und Herr Kritikus – ich glaube, den muss ich daheim nochmal neu zeichnen. Der ist ja gar nicht so böse, wie ich dachte, sondern ein wichtiger Teil von mir.

Jetzt freue ich mich auf alles, was kommt. Vielen Dank!“

 

Stehst du auch an der Schwelle zu einem neuen Lebensabschnitt?

Mit meiner Unterstützung tust du dir deutlich leichter. Wie?

Schreibe mir einfach eine E-Mail oder buche einen Gesprächstermin und wir bereden in Ruhe, wie ich dir weiterhelfen kann.

 

* Ich stelle dir hier Teile des Coachingprozesses und nicht den gesamten Ablauf vor.

** Siehe auch meinen Blogartikel Visualisieren mit Holzfiguren.

Bild von Gstudio Group auf Fotolia / Adobe

Von Anmeldung bis Ziel: 26 hilfreiche Infos zu meinen VHS-Kursen

In wenigen Tagen beginnt an der VHS Erlangen das Sommersemester 2020. Seit 2009 bin ich dort als Kursleiterin tätig und immer noch mit Begeisterung dabei. Dieses Mal biete ich folgende zwei Kurse an:

Nähere Informationen und die Links zur einfachen Online-Anmeldung findest du auch unter Kurse & Co.

Ich freue mich auf dich.

Gleichzeitig nutze ich die Gelegenheit und beantworte die häufigsten Fragen, die mir schon oft zu den Kursen gestellt wurden.

26 Antworten von A bis Z:

  • Anmeldung:     Die Anmeldung ist online, schriftlich oder persönlich bei der VHS Erlangen, Friedrichstr. 17, 91054 Erlangen möglich.
  • Anrede:     Zu Beginn des Kurses besprechen wir, wie wir es mit der Anrede halten wollen: Sind wir per Sie, per du oder im Arbeits-du, das nur für den Kurs gilt?
  • Bistro:     Dieses findest du im Innenhof der VHS. Dort gibt es fast alles, was du zur Stärkung brauchst, von kalten und warmen Getränken bis zu warmen Snacks.
  • Datenschutz:     Sowohl während der Anmeldung als auch im Kurs selbst legen wir höchsten Wert auf den sorgfältigen Umgang mit deinen persönlichen Daten.
  • Fragen:     Solltest du eine Frage zur Organisation meines Kurses haben, wende dich bitte an Regina Schreiber, meine Fachbereichsleiterin an der VHS. Solltest du eine Frage zum Ablauf oder Inhalt meines Kurses haben, wende dich bitte per E-Mail oder über den Buchungsbutton an mich.
  • Gruppe:     Die Größe der Gruppe ist meist beim Kurs angegeben und so gewählt, dass ein optimales Arbeiten zum Thema gewährleistet ist. Von den Teilnehmer*innen weiß ich vor Beginn nur den Namen.
  • Harmonie:     s. Konflikt
  • Idee:     Solltest du eine Idee für einen Kurs haben, melde dich gern per E-Mail oder über den Buchungsbutton bei mir. Wenn du im Kurs eine Idee hast – nur her damit.
  • Kamera:     Wenn es das Thema bereichert, ist eine Kamera sicher ein tolles Hilfsinstrument. Bei mir ist sie nicht im Einsatz. Beiträge auf dem Whiteboard oder Flipchart kannst du natürlich abfotografieren.
  • Konflikte:     Sie gehören zum Leben dazu. Sollte es im Kurs zu Unstimmigkeiten kommen, greife ich diese auf und ermögliche es euch, das Thema angemessen zu klären.
  • Krankheit:     Solltest du am Kurstag krank sein, gibt es leider keine Möglichkeit, das Versäumte nachzuholen. Sollte ich am Kurstag ausfallen, wirst du so schnell als möglich informiert und der Kurs wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.
  • Laune:     Komme so in den Kurs, wie es dir gerade geht, auch wenn du (noch oder schon wieder) müde oder nicht so gut drauf bist. Die Gruppe und ich, wir halten das aus.
  • Leitung:     Ich bin Sozialpädagogin, wie du weißt und leite seit über 30 Jahren Gruppen. Angenehme Stimmung in der Gruppe, die Einhaltung der Regeln, sie arbeitsfähig zu machen und zu halten ist mein erklärtes Ziel. Bisher habe ich es immer erreicht. Teilnehmer*innen sagen dann in der ersten Pause: „Es fühlt sich an, als würden wir uns schon ewig kennen.“
  • Mitarbeit:     Die Kurse leben von der aktiven Mitarbeit und Beteiligung der Teilnehmer*innen. Dafür gibt es viel Spielraum und demzufolge keine identischen Kurse.
  • Mut:     Ja, es braucht manchmal Mut, sich in eine Gruppe mit fünf, sechs oder neun fremden Menschen zu begeben. Solltest du Bedenken haben, sprich mich gern darauf an. Ansonsten hat sich bisher das Quentchen Mut noch für alle Teilnehmer*innen gelohnt.
  • Pausen:     Je nach Länge des Kurses machen wir angemessen Pause und sprechen dies gemeinsam ab.
  • Praxis:     Es ist mir ein Anliegen, Wissen, Tipps und Tricks aus der Praxis für die Praxis weiterzugeben. Zudem greife ich die praktischen Erfahrungen, Fragen und Beispiele der Teilnehmer*innen auf.
  • Qualität:     Die Aktualität und hohe Qualität meiner Kurse halte ich durch Fortbildungen, Selbststudium und Intervision.
  • Regeln:     Zu Beginn des Kurses einigen wir uns auf die wichtigsten Regeln und klären, wie wir miteinander umgehen wollen.
  • Spaß:     Arbeiten und lernen geht viel leichter, wenn es Spaß macht. Deshalb darf es in meinen Kursen auch gern einmal fröhlich zugehen.
  • Themen:     Es gibt eine klare Struktur, ein Ziel und einen „roten Faden“. Ein vorgefertigtes, enges Konzept gibt es nicht. Das ermöglicht es, dass Themen und Fragen der Teilnehmer*innen aufgegriffen und auf Wunsch bearbeitet werden können.
  • Theorie:     Manchmal ist es wichtig oder interessant, den theoretischen Hintergrund zu verstehen. Dann ergänze ich diesen. Ansonsten gibt es so viel Theorie als nötig und so viel Praxis als möglich.
  • Übungen:     Übung macht den Meister, sagt das Sprichwort. Deshalb ist es mir so wichtig, dass wir im Kurs in die Umsetzung gehen und etwas TUN und nicht nur dasitzen und reden. Der geschützte Rahmen und meine Anleitung sind ideal, um etwas auszuprobieren und zu lernen.
  • Verschwiegenheit:     Dieses Thema spreche ich zu Beginn des Kurses an und verpflichte die Teilnehmer*innen darauf, dass alles Persönliche im Raum bleibt und nicht nach draußen getragen wird.
  • Vorkenntnisse:     In der Regel brauchst du dich nicht vorzubereiten oder besondere Vorkenntnisse. Solltest du sie brauchen, steht es beim Kurs dabei.
  • Ziel:     Es ist hilfreich, wenn du dir vor dem Kurs klar machst, was dein Anliegen ist oder was du mit dem Kurs erreichen willst und was du dir von mir, den Teilnehmer*innen und dem Inhalt wünschst.

So, das ist doch umfangreicher geworden als ich dachte. Sollte dir dennoch ein wichtiger Punkt in der Aufzählung fehlen, melde dich doch bei mir per E-Mail oder über den Buchungsbutton. Vielen Dank.

Ich freue mich darauf, dass wir uns in einem der Kurse persönlich kennen lernen. Alles Gute und bis dahin!

Vom Pause machen und singen als Strafe

In meinen Vorlesungen, Kursen und Workshops legen wir natürlich immer wieder Pausen ein. Ich habe sehr gute Erfahrungen gemacht mit der Nachfrage: „Wie lange braucht ihr Pause?“ und einer klaren Ansage wie: „Okay, 10 Minuten. Wenn alle da sind, machen wir weiter.“

In meiner langjährigen Arbeit habe ich es noch nicht erlebt, dass eine einzelne Person oder gar die ganze Gruppe diese „Freiheit“ ausgenutzt und die Pause massiv überzogen hätte. Ja gut, bis auf das Quartett, das in der halbstündigen Mittagspause „schnell“ eine warme Mahlzeit essen wollte, was gründlich schief ging. Das war aber das einzige Mal, so weit ich mich erinnere und sie konnten wirklich nichts dafür. (Die Bedienung hatte ihnen extra-schnellen Service zugesichert.) Abgesehen davon entscheide ja ich, ob wir auf Nachzügler bzw. Nachzüglerinnen warten oder nicht.

Wenn also eine Person etwas später kommt, mache ich in der Regel kein Aufheben darum und wir warten kurz (oder auch nicht). Dieses Vorgehen hat sich für mich sehr bewährt.

Vor einiger Zeit sollte Jemand „mit Ansage“ zu spät kommen. Sein Sitznachbar hatte die Gruppe und mich netterweise darüber informiert, dass er noch kurz etwas zu erledigen hätte. Wir beschlossen, auf ihn zu warten und besprachen derweil etwas Organisatorisches. Plötzlich kam mir eine Idee, wie ich, anders als sonst, auf die Verspätung reagieren könnte.

Als der Besagte wenige Minuten später zurückkam und sich auf seinen Platz setzen wollte, sprach ich ihn mit einem freundlichen Lächeln an: „L., ich weiß von einem Referenten, da müssen die Teilnehmer*innen ein Lied singen, wenn sie zu spät kommen.“ (Bisher hatte diese Anekdote immer für Entsetzen gesorgt: „O nein, verschone uns, bitte nicht!“)

Dieses Mal kam der junge Mann einige Schritte auf mich zu, baute sich breitbeinig auf und grinste mich an: „Hey Christine, das mache ich sofort. Ich bin Leadsänger in einer Rockband. Soll ich?“

Bild von Digital Photo and Design DigiPD.com auf Pixabay

Christine Kiunke
Bergstraße 5
91301 Forchheim

christine@kiunke-coaching.de
Telefon: 09191 / 62 19 05
Mobil:     01784 / 07 92 18

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